Bis zum Jahr 2050 will Tirol seinen gesamten Energiebedarf aus heimischen Quellen beziehen. Die Kraft der Sonne spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Während thermische Solaranlagen zur Warmwassererzeugung oder Heizungsunterstützung eingesetzt werden, wird mit Photovoltaik-Anlagen Strom erzeugt.
In den letzten Jahren ging der Markt für Solarthermie stark zurück, wohingegen jener für Photovoltaik einen regelrechten Boom erlebte. An erster Stelle sollte jedoch immer die Frage stehen: Welche Technologie passt am besten zu meinem Zuhause? PV-Anlage liefert Strom, der im Gebäude vielfältig für Haushaltsgeräte, Wärmepumpe oder das E-Auto eingesetzt werden kann. Die thermische Solaranlage produziert sehr effizient Warmwasser, was vor allem bei hohem Bedarf wie in
Beherbergungsbetrieben und in Kombination mit Biomasseanlagen sinnvoll ist.
Klimatechnisch vorteilhaft ist die Solarthermie, wenn sie fossile Klimakiller wie Öl und Gas ersetzt. Sie kann insbesondere in den Sommermonaten die Warmwasserbereitung übernehmen.
Je nach Anwendungsart ändert sich der Flächenbedarf und die Speichergröße. Insbesondere in Kombination mit einer Biomasseanlage und dem benötigten Pufferspeicher ist die Solarthermieanlage sinnvoll. Sie kann in den Sommermonaten die Warmwasserbereitung übernehmen.
Das Land Tirol fördert Solaranlagen in der Wohnbauförderung. Ebenso fördern viele Gemeinden den Einsatz von erneuerbaren Energiesystemen. Eine Übersicht finden Sie unter Förderungen.
Grundsätzlich nein. Anlagen bis zu einer Größe von 100 m², welche einen Abstand von 30 cm zu Dach oder Wand nicht überschreiten, sind anzeigefrei. Alle anderen Anlagen bedürfen in der Regel einer Bauanzeige.
1 m² Kollektorflache liefert rund 350 bis 400 kWh Wärme pro Jahr. Das entspricht 35 bis 40 Litern Heizöl und damit einer Einsparung von 124 kg CO2.

In Tirol sind Flachkollektoren am weitesten verbreitet. Diese Kollektoren „fangen“ die Sonnenstrahlen ein und wandeln sie in Wärme um. Weitere Bauformen sind Röhren- oder Schwimmbadkollektoren.
Sobald im Kollektor ausreichend Temperatur vorherrscht, schaltet die Pumpe ein und befördert das erwärmte Frostschutzgemisch in den Wärmetauscher des Boilers.
Dort wird das erwärmte Wasser zwischengespeichert. Wird im Winter die Heizung zusätzlich mitversorgt, wird anstelle des Boilers ein mit Heizungswasser gefüllter Pufferspeicher eingebaut.
Reicht die Energie vom Dach nicht aus, erwärmt die Hauptheizung den Boilerinhalt zusätzlich auf die gewünschte Temperatur.
Eine regelmäßige Wartung der bestehenden Anlage sorgt für einen möglichst effizienten und langlebigen Betrieb. Empfohlen wird ein Wartungsintervall von zwei Jahren.
Neben den technischen Aspekten gilt es auch die optische Gestaltung der Anlage frühzeitig mitzudenken. Entscheidend ist hierbei, dass sich die Solaranlage harmonisch in das Gebäude integriert und nicht wie „zufällig abgestellt“ wirkt.
Der Ertrag einer Solaranlage hängt primär von der Neigung und etwas weniger von der Süd-, Ost- oder West-Ausrichtung ab. Der optimale Kollektorneigungswinkel richtet sich danach, ob nur Warmwasser erzeugt wird, oder auch die Heizung unterstützt werden soll.