Bis zum Jahr 2050 will Tirol seinen gesamten Energiebedarf ausschließlich aus heimischen, erneuerbaren Energiequellen decken. Der Umstieg auf eine energieeffiziente und zukunftstaugliche Versorgung der Tiroler Haushalte mit Wärme, welche aktuell rund ein Viertel des heimischen Energiebedarfs ausmacht, ist für die Erreichung dieses Ziels unumgänglich. Die Wärmepumpe ist in diesem Zusammenhang sowohl im Neubau als auch bei Sanierungen bereits heute die Schlüsseltechnologie für eine klimafitte Zukunft.
Wärmepumpen entziehen der Umgebung (Luft, Wasser, Erdreich) Energie und „pumpen“ diese auf eine höhere Temperatur. Auch Luft mit einer Temperatur von unter 0 °C hat Energie gespeichert, die man nutzen kann.
Eine Wärmepumpe liefert mit einem Teil elektrischer Energie drei bis vier Teile Heizungsenergie – dieses Plus erzeugt sie mithilfe der unerschöpflichen Quellen unserer Umwelt. In Kombination mit dem sehr niedrigen Wartungsaufwand ergibt sich so ein besonders kostengünstiger Betrieb.

Wärmepumpen entziehen Wärme, das heißt sie kühlen die sogenannte Wärmequelle (Luft, Wasser oder Erde) ab und nutzen diese Wärme für die Raumheizung und das Warmwasser. Mithilfe eines Kompressors wird die Wärme auf das benötigte Temperaturniveau „gepumpt“, daher auch der Name Wärmepumpe. Damit dieser Prozess funktioniert, ist der Einsatz von Strom zum Betrieb des Kompressors notwendig.
Das Verhältnis von eingesetztem Strom zu abgegebener Energie der Wärmepumpe über ein ganzes Jahr betrachtet nennt man Jahresarbeitszahl oder auch JAZ. Die JAZ ist bei jedem Objekt individuell und im Wesentlichen von der Temperatur der Wärmequelle auf der einen und von der Vorlauftemperatur der Heizung und der Warmwassertemperatur auf der anderen Seite abhängig. Bei Luftwärmepumpen sollte eine JAZ von mindestens drei, bei Erdwärmepumpen von mindestens vier erreicht werden.
Für einen effizienten Betrieb der Wärmepumpe sollten Vorlauftemperaturen von 50 Grad Celsius nicht überschritten werden. Daher eignen sich Wärmepumpen besonders gut für Wand- oder Fußbodenheizungen. Auch bestehende Heizkörper in gut gedämmten Gebäuden oder der Austausch auf Niedrigtemperaturheizkörper ermöglichen einen effizienten Einsatz der Wärmepumpe.
Mit dem Heizleistungsrechner der Energieagentur Tirol kann schnell und einfach abgeschätzt werden, ob eine Wärmepumpe im Bestandsgebäude effizient läuft. Darüber hinaus kann die nach einer Sanierung zu erwartende Vorlauftemperatur bestimmt werden.
Die drei gängigsten Umweltenergiequellen für Wärmepumpen sind:

Welche am besten zum Gebäude passt, hängt ein wenig von der Anlagengröße, den örtlichen Gegebenheiten, der Qualität der Gebäudehülle, aber auch der Brieftasche ab. Mit guter Planung findet man für fast jedes Haus die perfekte Wärmepumpe.
Die Wärmepumpe bietet einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Heizsystemen: im Sommer kann auf den Kühlbetrieb umgestellt werden! Eine Ergänzung dieses Moduls ist bei neuen Wärmepumpen problemlos möglich. Dabei fließt 18 bis 25 Grad Celsius kaltes Heizungswasser durch die Fußbodenheizung, was an heißen Tagen für eine sanfte Kühlung der
Innenräume sorg
Ein Grad weniger an Vorlauftemperatur, bringt 2 % Energieeinsparung. Heizungsvorlauftemperaturen von unter 40 °C sind ideal. Egal ob Fußbodenheizung, Niedertemperatur-Heizkörper oder Wandheizung – mit einem hydraulischen Abgleich kann man jede Heizungsanlage dorthin optimieren.
Trinkwassertemperaturen über 50 Grad Celsius sind im Einfamilienhaus nicht erforderlich. Voraussetzung dafür ist eine hygienische Trinkwasserbereitung und -verteilung. Kurze und gut gedämmte Leitungen helfen zusätzlich. Wenn trotzdem Zirkulationsleitungen zum Einsatz kommen, können diese mit Zeitschaltuhr oder Taster gesteuert werden.
Vertrauen Sie bei der Planung und Installation auf renommierte Betriebe und Hersteller*innen. Je einfacher die Anlage, umso besser. Eine Liste von speziell ausgebildeten Installateur*innen, Planer*innen und herstellenden Firmen finden Sie in unserem Kompetenzfinder.
Ein wenig Betreuung benötigt auch die Wärmepumpe – lassen Sie sich die wichtigsten Funktionen ihrer neuen Heizung erklären und alle notwendigen Unterlagen geben. Mit einer guten Anlagendokumentation wissen Sie auch nach Jahrzehnten, wo im Garten die Leitungen ihrer Wärmepumpe vergraben liegen.
Die Jahresarbeitszahl lässt sich leicht mittels Werten aus Strom- und Wärmemengenzähler bilden. Damit haben Sie immer vollen Überblick über die Effizienz Ihrer Anlage. Einmal im Jahr sollten Sie sich fünf Minuten Zeit nehmen und die Jahresarbeitszahl Ihrer Wärmepumpe überprüfen. Weicht der Wert zu sehr von den Erwartungen oder vom letztjährigen Wert ab, sollte eine fachkundige Person hinzugezogen werden.
Das Netzwerk Wärmepumpe informiert Sie über Tiroler Herstellerfirmen,
Installatuer*innen, Fördergeber*innen und Stromprodukte.
Wärmepumpen sind äußerst wartungsarm. Nach der Installation entfällt zudem die Notwendigkeit, regelmäßig Brennstoffe nachzubestellen, was den Betrieb noch unkomplizierter macht.