Am 12. Dezember 2025 versammelte die Dialoggruppe E-Mobilität der Energieagentur Tirol rund 35 Expert*innen und Entscheidungsträger*innen aus Politik, Verwaltung, Energiewirtschaft, Tourismus, Handel und weiteren relevanten Bereichen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Tirol den aktuellen Aufschwung der Elektromobilität bestmöglich nutzen und auf Basis der Rahmenbedingungen in konkrete Umsetzungsschritte überführen kann. Die Dialoggruppe ist integraler Bestandteil der Initiative TIROL 2050 energieautonom und dient als Plattform für Austausch, Wissenstransfer und gemeinsame Lösungsentwicklung. Ziel ist es, über den reinen Dialog hinaus Verantwortung zu übernehmen und Maßnahmen auf den Weg zu bringen, die die Energieautonomie Tirols nachhaltig stärken.
Die Mobilitätswende im motorisierten Individualverkehr ist in vollem Gange und die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Bis Ende September 2025 machten rein batterieelektrische PKW bereits 21,5 Prozent aller Neuzulassungen in Österreich aus – ein Plus von 41,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig gehen die Neuzulassungen von Verbrennerfahrzeugen weiter zurück (minus 46,2 Prozent Benzin, minus 26,5 Prozent Diesel). Getragen wird diese Entwicklung von einer technologisch ausgereiften E-Mobilität: Moderne Elektrofahrzeuge sind alltagstauglich, zuverlässig und in zahlreichen Varianten verfügbar – vom kompakten Stadtauto bis zum familiengeeigneten SUV. Reichweiten- und Ladebedenken haben eine immer geringere Bedeutung. In Tirol stehen bereits rund 4.500 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung. Zwischen dem dritten Quartal 2024 und dem dritten Quartal 2025 konnte das Bundesland zudem den zweithöchsten Zuwachs an öffentlichen Ladepunkten verzeichnen. Gemessen an der Einwohner*innenzahl verfügt Tirol neben Salzburg damit über das dichteste öffentliche Ladenetz aller Bundesländer und ist somit Spitzenreiter in Österreich.
Nicht nur im Individualverkehr, auch in anderen Bereichen schreitet die Elektrifizierung voran: im öffentlichen Busverkehr, in betrieblichen Fuhrparks, in der Logistik durch E-LKWs und in einigen Pilotprojekten durch bidirektionales Laden.
Trotz der positiven Dynamik bestehen weiterhin strukturelle Herausforderungen, die für den weiteren Ausbau der Elektromobilität angegangen werden müssen. In den Arbeitsgruppen der Dialogsitzung standen mehrere zentrale Entwicklungsfelder im Mittelpunkt: diskutiert wurde unter anderem die Notwendigkeit für mehr Transparenz bei den Preisen an öffentlichen Ladestationen, der Aufbau einer koordinierten Anlaufstelle für das Laden im Wohnbau sowie die Frage, wie das E-Auto als flexibel nutzbarer Batteriespeicher im Haushalt etabliert werden kann. Darüber hinaus identifizierten die Expert*innen den Bedarf nach einer landesweiten Faktenkampagne, um positive Erfahrungswerte und Praxisbeispiele aus Tirol aufzuzeigen und die Bevölkerung im Wandel zur klimafreundlichen Mobilität wirksam zu begleiten. Die Teilnehmer*innen nutzten den Austausch, um Erfahrungen zu bündeln und Mitstreiter*innen für die nächsten Umsetzungsschritte zu gewinnen und erste Lösungsansätze zu erarbeiten. Die identifizierten Entwicklungsfelder werden nun in den jeweiligen Arbeitsgruppen weiter vertieft und im Rahmen einer Folgeveranstaltung im März 2026 konkretisiert.
Mobilität zählt zu den entscheidenden Hebeln der Energiewende: