In Tirol sind laut Energiemonitoring derzeit rund 23.000 Haushalte mit Nah- bzw. Fernwärme versorgt. Zur Wärmeerzeugung werden hauptsächlich Hackschnitzel, Brennholz und Pellets eingesetzt. Die Arbeitspreise für Biowärme sind im letzten Jahr gesunken. Mit dem neuen Tiroler Biowärmeindex sollen langfristig faire Preise für saubere Wärme sichergestellt werden.
Ausgearbeitet hat den Tiroler Biowärmeindex die Energieagentur Tirol in Zusammenarbeit mit führenden Bioheizkraftwerksbetreiber*innen im Auftrag der Tiroler Landesregierung.
Sicherheit und Transparenz bei der Preisgestaltung ist auch für die Arbeitnehmer*innenvertretung ein zentrales Anliegen.
Der Biowärmeindex funktioniert wie ein Kompass für die Preisgestaltung und sorgt dafür, dass die Kostenentwicklung für alle Beteiligten – von den Betreiber*innen der Heizwerke bis zu den Endkund*innen – nachvollziehbar und fair bleibt. Entwickelt wurde das Modell ursprünglich vom Land Salzburg und hat sich dort bereits bewährt. In enger Abstimmung mit führenden Tiroler Wärmeversorgungsunternehmen wurde der Biowärmeindex nun für Tirol übernommen. Wie in Salzburg und Vorarlberg ist die Anwendung freiwillig. Führende Wärmeversorgungsunternehmen wie die TINEXT setzen auf den neuen Tiroler Biowärmeindex:
Der Index ist kein starres Instrument, sondern ein dynamisches System, das sich an realen wirtschaftlichen Entwicklungen orientiert. Das stellt sicher, dass die Preise die tatsächlichen Kosten widerspiegeln und schützt sowohl die Versorger*innen vor wirtschaftlichen Schieflagen als auch die Kund*innen vor willkürlichen Preissprüngen. Die Berechnungen stützen sich auf eine Mischung aus mehreren amtlichen, quartalsweise veröffentlichten Daten. Es gibt zwei Modelle: ein Preismodell mit einem variablen Arbeitspreis und ein Modell, das zusätzlich einen fixen Grundpreis vorsieht.
Der Ausbau von Nah- und Fernwärmenetzen, die mit regionaler Biomasse betrieben werden, ist ein zentraler Hebel zur Erreichung der Energie- und Klimaziele. Das Zielszenario von TIROL 2050 energieautonom sieht zwar – dank massiver Effizienzsteigerungen bei Gebäuden – nur einen geringen Anstieg der benötigten Wärmemenge vor. Gleichzeitig soll aber eine wesentlich höhere Anzahl an Gebäuden an die saubere Wärmeversorgung angeschlossen werden.
Der Tiroler Biowärmeindex wird viermal jährlich von der Energieagentur Tirol aktualisiert und auf der Website veröffentlicht. Alle aktuellen Werte und Entwicklungen sind für Interessierte frei zugänglich in der Energie Bibliothek.