Die e5-Familie ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen – nun gehört auch Pflach zu einer der 60 Vorbildgemeinden für Energieeffizienz in Tirol. Pflach qualifizierte sich in einem gezielten Auswahlverfahren durch seine Vorleistungen und will Energie- und Klimaschutzthemen in Zukunft gezielt vorantreiben. Bei der heutigen Pressekonferenz läutete LHStv. Josef Geisler gemeinsam mit Bürgermeister Karl Köck den offiziellen Start der neuen e5-Gemeinde ein.
Neben dem Bürgermeister Köck spielen der e5-Teamleiter Dominik Ochs, der Energiebeauftragte Manfred Schwarz und die Vizebürgermeisterin Reinhild Astl entscheidende Rollen im Pflacher e5-Team. Auch LHStv. Josef Geisler zeigt sich von der neuen e5-Gemeinde begeistert:
In den vergangenen Jahren baute die Gemeinde gezielt eine Energiebuchhaltung auf und stattete alle Gemeindegebäude und Anlagen mit einer intelligenten Strommessung und -steuerung aus. So konnte eine solide Basis für die Arbeit an weiteren Energieeffizienzmaßnahmen geschaffen werden. Ein Fokus der Gemeinde liegt auf dem Ausbau von Photovoltaik. Allein in den letzten drei Jahren konnten drei Photovoltaikanlagen auf den Dächern von Gemeindegebäuden installiert und die Anzahl der gemeindeeigenen Gebäude mit PV-Anlagen verdoppelt werden. Pflach verfügt damit über Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 136 kWp, die unter anderem das Innovationszentrum, Kindergarten und Schule sowie den Pflacher Bauhof mit Sonnenstrom versorgen. Die hauseigene PV-Anlage mit 11 kWp auf dem Dach des lokalen Supermarkts speist eine öffentlich zugängliche E-Ladestation, die von der Gemeinde errichtet wurde und macht den selbst produzierten Sonnenstrom so für alle nutzbar.
Auch im Bereich nachhaltige Mobilität setzt Pflach auf zukunftsweisende Lösungen. Besonders erfolgreich war die Einführung des RegioFlink, einem bedarfsorientierten Kleinbus, der ein tolles Zusatzangebot zum öffentlichen Verkehrsnetz und damit eine echte Alternative zum motorisierten Individualverkehr darstellt. Der On-Demand-Dienst wurde 2023 in Kooperation mit dem VVG und den Nachbargemeinden ins Leben gerufen und verkehrt seither im gesamten Talkessel von Reutte. Er verbindet Pflach mit sechs weiteren Gemeinden und erfreute sich von Anfang an großer Beliebtheit. Allein im ersten Jahr wurden knapp 30.000 Fahrgäste befördert, Tendenz steigend. Auch auf dem Pflacher Gemeindegebiet steht nachhaltige Mobilität im Fokus. Auf den gesamten Gemeindestraßen wurde bereits eine 30er Zone eingeführt, lediglich auf der Landesstraße ist noch Tempo 50 erlaubt.
Bis zum Jahr 2050 hat Pflach ein ambitioniertes Ziel - und zwar keine CO2-Emissionen in der Gemeindeverwaltung. Bürgermeister Köck ergänzt:
Damit das gelingt, soll die Energiebuchhaltung kontinuierlich verbessert und eine Energiegemeinschaft gegründet werden, um den selbst produzierten, überschüssigen Sonnenstrom für die ganze Gemeinde nutzbar zu machen. Auch die Erstellung eines Sanierungskonzepts, damit alle Gemeindegebäude in den kommenden Jahren Schritt für Schritt zukunftsfit werden, steht auf der Agenda. Ein besonderes Augenmerk liegt außerdem auf der Bewusstseinsbildung der Bevölkerung. Der Pflacher Bürgermeister schließt mit den Worten:
Ziel des e5-Aktionsprogramms – Österreichs Bundes- und Landesprogramm für energiebewusste Gemeinden – ist es, Energieprozesse zu modernisieren, Energie effizienter und intelligenter zu nutzen und klimaschonende, erneuerbare Energieträger vermehrt einzusetzen. Auch die Bürger*innen der Gemeinden sollen optimal in die Realisierung der jeweiligen Projekte eingebunden werden. e5-Gemeinden ernennen Energiebeauftragte und Teamleiter*innen und arbeiten in e5-Teams an der strategischen Umsetzung der energie- und klimapolitischen Ziele der Gemeinde. Bewertet werden die e5-Gemeinden ähnlich dem „Haubenprinzip“ bei Restaurants: Im Rahmen einer umfassenden externen Evaluierung werden die Gemeinden alle vier Jahre je nach Umsetzungsgrad der gesetzten Maßnahmen bewertet und von einer Fachjury unter Leitung der Energieagentur Tirol mit einem bis fünf e‘s ausgezeichnet.