Unter dem Motto „Kreisläufe erleben“ führte die diesjährige e5-Exkursion in die Schweiz und nach Vorarlberg. Im Rahmen der zweitägigen Exkursion konnten die Teilnehmer*innen inspirierende Energieprojekte in den e5-Gemeinden Hittisau und Hohenems kennenlernen und mit den Akteur*innen vor Ort direkt in den Austausch gehen. Die Teilnehmer*innen erhielten spannende Einblicke in durchdachte Konzepte zur Belebung der Innenstadt, zur Gestaltung öffentlicher Plätze und zum ökologisch verantwortungsvollen Neubau. Diese Projekte verdeutlichten zugleich, wie sehr es engagierte Menschen braucht, die mit Ausdauer und Begeisterung an Projekten festhalten und dadurch entscheidende Veränderungen möglich machen.
Der erste Exkursionsstopp führte in den Kanton Glarus zur Kehrichtverbrennungsanlage KVA Linth. Seit 1967 werden dort jährlich rund 113.000 Tonnen Abfall – unter anderem aus Vorarlberg – thermisch verwertet. Die dabei entstehende Abwärme wird für ein eigenes Fernwärmenetz genutzt. Nach einer Einführung durch Fridolin Elmer wurden die Teilnehmenden durch den Anlieferungsbereich, über das Kehrrichtdepot, den Verbrennungsofen, die Leitzentrale bis zu den Lagerorten der Schlackenrückstände nach der Verbrennung geführt.
Als nächster Progammpunkt stand der Besuch der e5-Gemeinde Hittisau, die seit 2008 Teil des e5-Programms ist, an. Dort wurden die Teilnehmer*innen von e5-Teamleiterin Caroline Jäger, Bürgermeister Gerhard Beer und e5-Berater Felix Heuring empfangen. Die Gemeinde präsentierte erfolgreiche Umsetzungen wie den Neubau am Schulcampus im klimaaktiv Gold Standard, der mit regionalem Holz errichtet wurde. Als nächstes ist eine neue Begegnungszone im Dorfzentrum geplant.
Der erste Exkursionstag endete mit einem Abendessen im Landhotel Hirschen und einer informativen Führung durch das Frauenmuseum Hittisau zum Thema „Stoffwechsel – ein kritischer Blick auf Fast Fashion“, geleitet von Wilma Bilgeri.
Nach dem Frühstück im Bregenzerwald besuchte die Gruppe die e5-Stadtgemeinde Hohenems, die seit 2015 Teil des e5-Programms ist. Empfangen wurden die Teilnehmenden von Andreas Beier (e5-Berater) und Bernd Federspiel (Leitung Stadtplanung und Umwelt). Im Rathaus von Hohenems, das teilweise nach Cradle-to-Cradle-Kriterien errichtet wurde, berichteten Bürgermeister Dieter Egger und Bernd Federspiel über Planung und Umsetzung.
Reinhard Peter, Leiter Hoch- und Tiefbau, präsentierte die Energiebuchhaltung der Stadt, mit der Hohenems im Hinblick auf die Energieeffizienzrichtlinie (EED III) bereits sehr gut aufgestellt ist. Beim anschließenden Rundgang wurde das Innenstadtrevitalisierungsprojekt vorgestellt, das durch die Umgestaltung zur Begegnungszone neue Aufenthaltsqualität geschaffen hat. Durch die Umgestaltung des Straßenraums zur Begegnungszone und die Verlagerung eines Großteils des Durchgangsverkehrs auf die Landesstraßen konnte das Zentrum spürbar neu belebt werden.
Mit einem gemeinsamen Mittagessen endete die e5-Exkursion. Die Rückfahrt nach Tirol bot Gelegenheit, die vielen Eindrücke und Erfahrungen zu reflektieren.