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18.11.2025

Heizungswahl leicht gemacht

Mit einfachen Tricks zur zukunftstauglichen Heizung

Fossile Energieträger wie Heizöl und Erdgas haben ausgedient und müssen in den nächsten Jahren durch zukunftstaugliche Heizsysteme mit erneuerbaren Energieträgern ersetzt werden, um die angestrebte Energieautonomie und damit die Ziele von TIROL 2050 energieautonom zu erreichen. Die Wahl des passenden Heizsystems hängt stark von individuellen Gegebenheiten des Gebäudes ab. Besonders die Gebäudehülle spielt eine entscheidende Rolle beim Heizungstausch. Mit der richtigen Vorgehensweise lassen sich bis zu 75 Prozent Energie und damit bares Geld sparen. Welche Schritte dabei sinnvoll sind, erklärt Haustechnikexperte MMst. Stefan Streiter bei einem kostenlosen Online-Infoabend der Energieagentur Tirol am Dienstag, 25. November 2025. 

Erst die Hülle, dann die Heizung

Vor dem Heizungstausch lohnt es sich, die Außenhülle des Gebäudes genauer unter die Lupe zu nehmen und den Zustand von Fassade und Fenstern zu prüfen. Die Gebäudehülle spielt eine zentrale Rolle bei der Wahl des richtigen Heizsystems: Ein saniertes Gebäude mit energieeffizienter Dämmung und modernen Fenstern benötigt deutlich weniger Energie als ein unsaniertes Gebäude. Nach der thermischen Sanierung kann ein kleineres Heizsystem ausreichen, wodurch bereits bei der Erstinstallation Kosten eingespart werden. Wird hingegen zuerst ein neues Heizsystem eingebaut, kann dieses überdimensioniert sein, was nicht nur dem Klima, sondern auch der eigenen Geldtasche schadet.

Die Qual der Wahl: Fernwärme, Biomasse oder Wärmepumpe

Ist die Entscheidung für ein erneuerbares System getroffen, stehen verschiedene Optionen, wie etwa Fernwärme, Biomasse oder eine Wärmepumpe, zur Verfügung. Um die passende Lösung zu finden, sollten zunächst die Rahmenbedingungen im eigenen Zuhause geprüft werden. Ein vorhandener Fernwärmeanschluss aus erneuerbaren Energieträgern bietet eine einfach umsetzbare und klimafreundliche Möglichkeit der Wärmeversorgung. Wie jedes System bringt auch Fernwärme spezifische Eigenschaften mit sich, die je nach Situation Vorteile, aber auch Einschränkungen wie begrenzte Anbieter oder fehlende Anschlussmöglichkeiten haben können. Fehlt ein Fernwärmeanschluss, stellt Biomasse eine lokale und nachwachsende Alternative dar. Hackschnitzelanlagen eignen sich besonders für größere Gebäude und hohe Leistungen, während Pelletsheizungen auch für Einfamilienhäuser eine praktikable Lösung bieten. Sie sind vollautomatisiert und eine sinnvolle Nachfolgetechnologie für Heizöl, insbesondere wenn hohe Vorlauftemperaturen über 55 Grad Celsius benötigt werden. Werden Pellets aus nachhaltiger und lokaler Forstwirtschaft verwendet, verursachen sie bis zu 18-mal weniger CO₂Heizsysteme mit Erdgas oder Heizöl. 

Wärmepumpe: Effizient und emissionsarm

Bei niedriger Vorlauftemperatur des aktuellen Heizsystems ist eine Wärmepumpe eine umweltfreundliche Alternative. Wärmepumpen funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie ein Kühlschrank. Allerdings entziehen sie der Umgebung Wärme, welche dann genutzt werden kann, um Gebäude zu beheizen. Es gibt unterschiedliche Arten von Wärmepumpen, die je nach Funktion die Wärme entweder aus dem Grundwasser, dem Erdreich oder aus der Luft beziehen. Damit eine Wärmepumpe optimal arbeitet, sind je nach System individuelle Lösungen erforderlich. Ein zusätzlicher Vorteil: Durch die Kombination mit einer Photovoltaikanlage lässt sich der Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms deutlich steigern. Das erhöht die Wirtschaftlichkeit beider Systeme. Eine intelligente Regelung kann diesen Effekt nochmals verstärken. Generell gilt: Mit moderner Datenerfassung und einer smarten Steuerung lässt sich die Effizienz nahezu aller Heizsysteme weiter verbessern.

Kostenloser Online-Infoabend

Orientierung im Förderdschungel

Ob Heizungstausch, Fenstertausch oder umfassende thermische Sanierung – Förderungen setzen dort an, wo Energieverluste am größten sind. Um diese gezielt und vollständig nutzen zu können, ist es entscheidend sich frühzeitig zu informieren: Welche Förderungen gibt es? Welche lassen sich kombinieren? Und welche technischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Antworten darauf bietet der kostenlose Online-Infoabend Sanierungsförderungen im Wohnbau der Energieagentur Tirol.
 
Am Dienstag, 3. Februar 2026, von 18:00 bis 19:00 Uhr erklärt Ing. Michael Braito welche Förderungen aktuell zur Verfügung stehen, wie sie kombiniert werden können und worauf bei der technischen Umsetzung zu achten ist.

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