Das e5-Vor-Ort-Vernetzungstreffen Anfang Mai in Westendorf war mit seiner regen Teilnahme erneut ein voller Erfolg und zeigt den Mehrwert des Austauschs. Sowohl die Gemeinde Westendorf als auch die Energieagentur Tirol freuen sich sehr, dass so viele den Weg dorthin gefunden haben.
Zum Auftakt der Veranstaltung präsentierten e5-Bürgermeister René Schwaiger (Gemeinde Westendorf) und Hubert Schipflinger (Geschäftsführer Pro-Plan GmbH) den Teilnehmer*innen den baulichen Werdegang des Kindergartens sowie dessen innovatives Heizsystem. Der Kindergarten Westendorf dient dabei als gelungenes Beispiel für die Verbindung ökologischer und ökonomischer Aspekte beim modernen Bauen.
Im Technikraum wurde die Funktionsweise der Solewärmepumpe besprochen. Diese nutzt die konstante Temperatur des Erdreichs, für eine klimafreundliche Beheizung und Kühlung des Gebäudes mittels nachaltigem Kältemittel.
Neben einer 45 Kilowatt-Peak (kWp) Photovoltaik-Anlage und einer Dachbegrünung sorgt eine Solewärmepumpe, die die konstante Temperatur des Erdreichs nutzt, für eine klimafreundliche Beheizung und Kühlung des Gebäudes. Besonders hervorzuheben ist die Verlegung der Erdsonden direkt unter dem Gebäude in der Sauberkeitsschicht, wodurch aufwendige Grabungsarbeiten entfielen.
Anschließend leitete Thomas Vogel von der Energieagentur Tirol zum zweiten Themenschwerpunkt über: Energiegemeinschaften. Neben einer Einführung in die grundlegenden Strukturen lag der Fokus auf der Mehrfachteilnahme – der Möglichkeit, sich gleichzeitig an mehreren Energiegemeinschaften zu beteiligen.
Diese Möglichkeit bietet zahlreiche Vorteile: Sie ermöglicht die Nutzung von Strom aus verschiedenen regionalen Quellen, erhöht die Versorgungssicherheit, senkt Kosten und stärkt die Rolle der Teilnehmenden als flexible Erzeuger*innen und Verbraucher*innen. Im Anschluss präsentierte e5-Bürgermeister René Schwaiger die konkrete Umsetzung der regionalen erneuerbaren Energiegemeinschaft in Westendorf, die in Kooperation mit dem Abwasserverband Westendorf/Brixen im Thale gegründet wurde und bereits erfolgreich in Betrieb ist.
In den vergangenen neun Monaten konnten bereits rund 53.000 kWh produziert und in den gemeindeeigenen Gebäuden und Anlagen genutzt werden, was dem jährlichen Energiebedarf von etwa 14 Haushalten entspricht.
Aktuell sind das Blockheizkraftwerk (BHKW), der Kindergarten, das Gemeindeamt und das Schwimmbad als Erzeuger in die Energiegemeinschaft eingebunden. Eine Erweiterung um eine Photovoltaikanlage auf dem Gebäude des betreuten Wohnens und ein geplantes Trinkwasserkraftwerk ist vorgesehen. In den vergangenen neun Monaten konnten bereits rund 53.000 kWh produziert und in den gemeindeeigenen Gebäuden und Anlagen genutzt werden, was dem jährlichen Energiebedarf von etwa 14 Haushalten entspricht.
Nach einem kurzen Ortswechsel setzten die Teilnehmer*innen ihre Besichtigung auf dem Gelände des Klärwerks Westendorf/Brixen im Thale fort. Im Rahmen einer fachkundigen Führung durch Betriebsleiter Anton Zass erhielten sie interessante Einblicke in die Prozesse der Wasseraufbereitung sowie in die Energiegewinnung durch das dortige Blockheizkraftwerk. Dieses nutzt das in der Kläranlage anfallende Faulgas zur simultanen Erzeugung von Strom und Wärme – ein Paradebeispiel für eine sogenannte Kraft-Wärme-Kopplung.
Während der erzeugte Strom primär zum Betreiben der Anlage dient, kann überschüssige Energie in das öffentliche Netz eingespeist werden. Die produzierte Wärme wird effizient zur Beheizung der Betriebsgebäude und der Faultürme verwendet, wodurch Heizöl eingespart und die Energieeffizienz der gesamten Anlage gesteigert wird.
Im Anschluss an die Führung lud die Gemeinde zu einer kleinen Jause ein, die den Teilnehmer*innen die Möglichkeit zum direkten Austausch und zur Vernetzung bot.
Unser herzlicher Dank gilt der e5-Gemeinde Westendorf für die Gastfreundschaft. Ebenso bedanken wir uns bei Hubert Schipflinger und bei Anton Zass für ihre Zeit und ihr Engagement, die das e5-Netzwerktreffen erneut zu einem vollen Erfolg machten.