In Zeiten von großen Veränderungen am Arbeitsmarkt kann die Berufswahl für junge Erwachsene herausfordernd sein. Doch es gibt sie, die Berufe mit Zukunft. Denn Berufe mit Relevanz für die Energiewende bieten vielfältige Karrieremöglichkeiten, hervorragende Berufsaussichten und eine oftmals überdurchschnittliche Entlohnung. In Tirol steht Interessierten ein breites Ausbildungsangebot zur Verfügung.
Von Jobs in der Solar-, Wind- und Wasserindustrie über öffentlichen Verkehr, nachhaltiges Bauen und Sanieren oder Elektrotechnik mit Schwerpunkt Energietechnik – die Einsatzbereiche sind vielfältig. Nach Ende der Pflichtschule stehen jungen Erwachsenen unterschiedliche Wege offen. Lehrberufe bieten dabei einen direkten Einstieg in die Praxis. Ein Blick in die aktuelle Lehrlingsstatistik der Wirtschaftskammer Tirol zeigt einen zunehmenden Trend hin zu Lehrberufen mit Relevanz für die Energiewende.
Besondere Relevanz für die Energiewende hat der Gebäudesektor wie Rupert Ebenbichler, Geschäftsführer der Energieagentur Tirol, betont:
Neben dem direkten Weg in die Praxis über eine Lehre gibt es an einigen Höheren Technischen Lehranstalten in Tirol die Möglichkeit, entsprechende Energieschwerpunkte zu wählen. Ein breites Angebot für Interessierte bieten unter anderem die HTLs Jenbach, Imst, Trenkwalderstraße und Anichstraße in Innsbruck. Darüber hinaus gibt es entsprechende Studiengänge an der Universität Innsbruck, der FH Kufstein und dem MCI und auch für Quereinsteiger*innen und Personen auf dem zweiten Bildungsweg gibt es Möglichkeiten.
Wie vielfältig Energieberufe sind, zeigen die Geschichten von vier jungen Tiroler*innen. Eine von ihnen ist die Installateurmeisterin Julia Kirchner, die neben ihrer Lehre nicht nur die Matura nachholte, sondern anschließend auch die Meisterprüfung absolvierte. Heute ist die Installations- und Gebäudetechnikerin bei einem Haustechnikbetrieb in Durchholzen und neben Umbauprojekten hauptsächlich im Kundenservice tätig. Hier ist die Installateurmeisterin die erste Ansprechpartnerin für haustechnische Notfälle aller Art.
Während bei Julia ausführende Tätigkeiten im Vordergrund stehen, hat es Sarah Thaler auf die planerische Seite gezogen. Als Gebäudetechnikerin arbeitet sie neben ihrem Studium in einem Ingenieurbüro in Schwoich. Dort ist sie für die technische Planung von Heizungs-, Klima-, Lüftungs- und Sanitärtechnikkomponenten zuständig und entwickelt individuelle Lösungen für deren technische Integration in Bestandsgebäude und Neubauten.
Ein frühzeitiges Praktikum gab ihr wichtige Einblicke in die Praxis und war ein entscheidender Baustein für eine wohlüberlegte Entscheidung für ihre berufliche Zukunft. Das Fundament für ihren Werdegang legte sie mit dem Schwerpunkt „Energie- und Gebäudetechnik“ an der HTL Jenbach, wo sie nicht nur eine fundierte Ausbildung, sondern auch ein breites, technisches Wissen auf ihren Weg mitgenommen hat.
Eine HTL-Ausbildung war ebenfalls ein wichtiger Schritt in den beruflichen Laufbahnen von Matti Schneider und Nora Mann. Beide besuchten das Bautechnik-Kolleg der HTL Imst, Matti nach seiner Lehre zum Zimmereitechniker, Nora nach der Matura an einem Oberstufengymnasium. Die am Bautechnik-Kolleg erlernten Inhalte finden in ihren heutigen Berufen in der Holzbranche Anwendung. Matti Schneider ist Projektleiter bei einer Holzbaufirma in Polling, wo er für die Ausführungsplanung und Arbeitsvorbereitung von Holzbauprojekten zuständig ist.
Neueinsteiger*innen rät er, sich auch an neue Energieberufe heranzuwagen.
Der vertiefende Schwerpunkt auf Holzbau als Teil des Bautechnik-Kolleg erwies sich für Nora als „Quereinsteigerin“ als Glücksfall für ihren heutigen Beruf. Als Technikerin ist sie bei einer Firma in Innsbruck tätig, die sich auf den Bau von Holzhäusern spezialisiert hat. Neben planerischen Aufgaben in der Polier- und Detailplanung erstellt sie auch Energieausweise für Gebäude:
Dabei ist vernetztes Denken gefragt – eine Notwendigkeit für die Berufsbilder von allen Vieren. Besondere Freude bereitet ihnen die Abwechslung und Vielseitigkeit in ihren Berufsalltagen und dass es jeden Tag etwas Neues zu lernen gibt.